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KI-generierte Inhalte kennzeichnen: Das müssen Unternehmen seit dem EU AI Act 2026 beachten

03.08.2026

KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft · V.i.S.d.P. Rainer Schmitt

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KI-generierte Inhalte in der EU: Was der neue Verhaltenskodex für Unternehmen, Agenturen und Content-Ersteller bedeutet

Seit dem 2. August 2026 gelten in der Europäischen Union neue Transparenzpflichten für KI-generierte Inhalte. Mit dem neuen Code of Practice on Transparency of AI-Generated Content konkretisiert die EU, wie Unternehmen die Vorgaben des AI Acts praktisch umsetzen können. Für Marketing-Agenturen, Onlineshops, Unternehmen und Content Creator bedeutet das: Wer generative KI professionell einsetzt, sollte sich jetzt mit den neuen Anforderungen beschäftigen.

Warum führt die EU neue Kennzeichnungspflichten ein?

Generative KI hat in den vergangenen Jahren enorme Fortschritte gemacht. Bilder, Videos, Audioaufnahmen und Texte lassen sich heute innerhalb weniger Sekunden erstellen – häufig in einer Qualität, die kaum noch von echten Inhalten zu unterscheiden ist.

Genau hier setzt der EU AI Act an. Ziel ist es, Manipulationen und Desinformation einzudämmen sowie das Vertrauen in digitale Inhalte zu stärken. Die Transparenzpflichten nach Artikel 50 des AI Acts sollen Nutzern ermöglichen zu erkennen, wann Inhalte durch KI erstellt oder verändert wurden.

Weitere Informationen finden Sie auf der Website der Europäischen Kommission: Verhaltenskodex für KI-generierte Inhalte .

Was ist der Code of Practice?

Der Code of Practice on Transparency of AI-Generated Content wurde von unabhängigen Experten im Auftrag des europäischen AI Office entwickelt. Er ist zwar freiwillig, dient Unternehmen jedoch als anerkannte Orientierung, um die gesetzlichen Transparenzpflichten des AI Acts nachzuweisen.

Wichtig zu wissen:

Welche Inhalte müssen gekennzeichnet werden?

Die neuen Vorgaben unterscheiden zwischen verschiedenen Arten von KI-generierten Inhalten.

1. Deepfakes

Bilder, Videos oder Audiodateien, die reale Personen, Orte oder Ereignisse täuschend echt darstellen oder manipulieren, müssen eindeutig als KI-generiert oder KI-manipuliert gekennzeichnet werden.

2. KI-generierte Texte von öffentlichem Interesse

Texte über Themen wie Politik, Gesundheit, Sicherheit oder gesellschaftlich relevante Ereignisse müssen gekennzeichnet werden, wenn sie automatisiert veröffentlicht werden und keine menschliche redaktionelle Prüfung erfolgt ist.

3. Chatbots

Nutzer müssen erkennen können, dass sie mit einem KI-System interagieren – sofern dies nicht ohnehin offensichtlich ist.

Müssen jetzt alle KI-Texte gekennzeichnet werden?

Nein.

Ein wichtiger Punkt wird häufig missverstanden: Ein Blogartikel oder Produkttext, der mit Unterstützung einer KI erstellt wurde, muss nicht automatisch gekennzeichnet werden.

Erfolgt eine menschliche Überarbeitung mit redaktioneller Verantwortung, greift für viele Textinhalte keine allgemeine Kennzeichnungspflicht. Entscheidend ist, dass ein Mensch den Inhalt prüft, verantwortet und nicht lediglich ungefiltert von einer KI veröffentlichen lässt.

Was bedeutet das für Unternehmen?

Für Unternehmen ergeben sich daraus vor allem organisatorische Anforderungen.

Wer KI regelmäßig nutzt, sollte klare Prozesse definieren:

Besonders Marketingabteilungen, Agenturen und E-Commerce-Unternehmen profitieren von dokumentierten Workflows, um bei zukünftigen Prüfungen die Einhaltung der Vorgaben nachweisen zu können.

Welche Rolle spielen Wasserzeichen und Metadaten?

Der Code empfiehlt neben sichtbaren Kennzeichnungen auch technische Markierungen, beispielsweise digitale Wasserzeichen oder maschinenlesbare Metadaten.

Dadurch können Plattformen und andere Systeme künftig leichter erkennen, ob Inhalte mit KI erzeugt oder verändert wurden. Die EU stellt hierfür standardisierte Symbole zur Verfügung, die Unternehmen verwenden können.

Welche Auswirkungen hat das auf Marketing und SEO?

Für seriöse Unternehmen dürften die neuen Regelungen langfristig eher ein Vorteil sein.

Transparenz schafft Vertrauen. Kunden möchten nachvollziehen können, wie Inhalte entstehen – insbesondere bei sensiblen Themen.

Für SEO gilt weiterhin:

Google bewertet Inhalte nach Qualität, Mehrwert und Vertrauenswürdigkeit. Ob ein Text mit KI-Unterstützung erstellt wurde, ist weniger relevant als seine fachliche Qualität und der konkrete Nutzen für die Leser.

Unser Fazit

Der neue EU-Verhaltenskodex bringt mehr Klarheit beim professionellen Einsatz generativer KI. Auch wenn der Code freiwillig ist, werden die zugrunde liegenden Transparenzpflichten des AI Acts seit dem 2. August 2026 verbindlich angewendet. Unternehmen sollten ihre Content-Prozesse deshalb jetzt überprüfen und dokumentieren.

Wer KI verantwortungsvoll einsetzt, Inhalte redaktionell prüft und dort transparent kennzeichnet, wo es erforderlich ist, erfüllt nicht nur regulatorische Anforderungen, sondern stärkt gleichzeitig das Vertrauen seiner Kunden.

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